Energiespartipps

Der Stromverbrauch im Haushalt hat sich in den vergangenen 4 Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Neben einer raschen Zunahme der Single-Haushalte (bspw. waren 1999 ca. 34% aller Haushalte Single-Haushalte, im Jahr 2009 dagegen bereits ca. 40 %) ging der Trend zu immer größeren Wohnhäusern über. Obwohl modernere Haushaltsgeräte zwar weniger Energie verbrauchen, konnten sie den Mehrverbrauch in den allermeisten Haushalten nicht kompensieren. Laut einer Studie des BDEW (Feb. 2010) erhöht die wachsende Zahl Alleinlebender den Strombedarf der deutschen Haushalte: Wer als Single in Deutschland allein lebt, verbraucht durchschnittlich 2.050 kWh Strom im Jahr. Ziehen zwei Personen dagegen zusammen, so sinkt ihr Stromverbrauch jährlich um 660 kWh. Eine Familie mit 3 Personen verbraucht nach Angaben des BDEW im Mittel 4.050 kWh und ein vier Personen-Haushalt 4.940 kWh Strom im Jahr.

Hier haben wir für Sie wertvolle Tipps zusammengestellt, mit denen Sie Ihren Energieverbrauch senken können, ohne dass Sie Einbußen an Komfort oder Lebensqualität hinnehmen müssen. Sie werden verblüfft sein, wie leicht und schnell sie mit kleinen Veränderungen in Ihren Gewohnheiten Ihren Energieverbrauch spürbar senken können!

„Stromfresser“ erkennen

Besuchen Sie in regelmäßigen Abständen Ihren Stromzähler und ziehen Sie Ihre ganz persönliche Energiebilanz. Jeden Tag, einmal in der Woche oder monatlich. Auf diese Weise erhalten Sie einen Überblick über Ihr Verbrauchsverhalten und vermeiden böse Überraschungen zum Jahresende.

Mit einem Energiemessgerät können Sie auf einfachste Weise den Stromverbrauch eines jeden Elektrogeräts in Ihrem Haushalt messen. Im Fachhandel gibt es Profi-Geräte bereits ab 35 Euro, die sowohl bei kleinen Verbräuchen (Standby-Geräte) als auch bei großen Verbräuchen sehr präzise messen. Die sogenannten „Billiggeräte“ zu einem Preis von 10 Euro oder weniger sind eher nicht zu empfehlen, da diese oft nicht in der Lage sind, Kleinstverbräuche exakt zu messen. Wichtig beim Messen ist: Je länger Sie messen, umso aussagekräftiger ist das Ergebnis. Ein Kühlschrank sollte beispielsweise nicht nur 1 Stunde angeschlossen werden, sondern über eine längere Messperiode von 24 Stunden. Besonders empfehlenswert ist es, Geräte mit einem hohen Verbrauch zu messen: beispielsweise Kaffeevollautomaten, Kühlschränke, Gefriertruhen oder Aquarien. Sollten Sie kein eigenes Messgerät besitzen, leihen wir Ihnen gerne ein solches Gerät aus.

Effizienz im Haushalt

In beinahe jedem Haushalt lassen sich nahezu ohne Komfortverlust 10 bis 20% Energie einsparen.

Schalten Sie beispielsweise früh morgens oder abends das Licht nur in dem Raum an, in dem Sie sich auch aufhalten.

Duschen Sie richtig. Tauschen Sie Ihren herkömmlichen Duschkopf durch einen modernen Sparduschkopf aus. Dies spart nicht nur Wasser, sondern auch Energie.

Lüften Sie richtig. Anstatt die Fenster nur zu kippen, sollten Sie lieber stoßlüften. Allein durch Stoßlüften können Sie pro Jahr bis zu 125 Euro einsparen.

Tauschen Sie bei Gelegenheit Ihre Heizkörperthermostate durch elektronische Thermostate aus. Hierdurch verbessern Sie die Effizienz Ihrer Heizung. Achten Sie zusätzlich auf die Raumtemperatur: Jedes einzelne Grad Celsius spart bares Geld.

Überprüfen Sie Ihre Heizungspumpe. In vielen Häusern gehen von der Heizungspumpe bis zu 20% des Gesamtverbrauchs aus. Oftmals rechnet sich der Einsatz einer modernen, hocheffizienten Pumpe bereits nach wenigen Jahren. Lassen Sie daher Ihre Heizungsanlage vom Sanitärfachbetrieb Ihres Vertrauens überprüfen.

Waschen Sie Ihre Hände mit kaltem Wasser. Bei einem Drei-Personen-Haushalt können Sie auf diese Weise bis zu 75 Euro pro Jahr einsparen – ohne Abstriche in der Hygiene machen zu müssen.

Standby-Geräte vollständig vom Netz trennen

Schalten Sie Geräte vollständig aus und vermeiden Sie den Standby-Modus. Je nach Anzahl der Geräte sind allein durch diese Maßnahme Einsparungen von bis zu 80 Euro pro Jahr möglich.

Bei mehreren Verbrauchern an einem Ort empfiehlt sich der Einsatz einer Steckdosenleiste mit Hauptschalter. So können beispielsweise Fernseher, Stereoanlage, Receiver und DVD-Player komfortabel mit einem einzigen Handgriff vollständig abgeschaltet werden.

Verfügen Sie sowohl über einen Desktop-PC als auch über ein Notebook? In der Regel benötigt ein Notebook deutlich weniger Energie als ein Desktop-PC (30 Watt im Vergleich zu 200 Watt; ergibt ein Einsparpotenzial von bis zu 50 Euro pro Jahr). Schalten Sie Ihren Rechner daher stets komplett aus wenn Sie ihn gerade nicht benötigen.

Kühl- und Gefrierschrank

Stellen Sie Ihre Kühl- und Gefrierschränke von vornherein in kühleren Räumen auf. Achten Sie zusätzlich darauf, dass der Wärmetauscher auf der Geräterückseite immer freigehalten wird, damit die Luft ungestört zirkulieren kann. Überprüfen Sie auch die Temperatur Ihres Kühlschranks: Im Regelfall sind folgende Werte ausreichend:

2° C für das Fach über den Schubladen für das Gemüse
4° C bis 5° C für das mittlere Fach (Fisch/Fleisch)
8° C für das obere Fach

Ist Ihr Gerät vereist, tauen Sie es beruhigt ab – denn vereiste Geräte benötigen zusätzliche Energie. Ein leichter Reifansatz an den Innenwänden der Kühl- und Gefriergeräte ist nicht außergewöhnlich. Wird der Reif dicker oder bildet sich eine Eisschicht, erhöht sich der Stromverbrauch. In diesem Fall empfiehlt es sich, das Gerät abzutauen. Vereiste Kühlschränke oder Gefriergeräte im Dauerbetrieb erhöhen Ihren Stromverbrauch um bis zu 30%. Selbst bei modernen Geräten der Energieeffizienzklasse A+++ verursacht dies Mehrkosten in Höhe von 10 € pro Jahr. Achten Sie außerdem darauf, dass die Kühlschranktür nach dem Öffnen sofort wieder geschlossen wird. Überlegen Sie, ob Sie Ihren Kühlschrank während eines Urlaubs nicht sogar komplett abschalten. So sparen Sie nicht nur bares Geld, sondern entfrosten auch gleichzeitig Ihren Kühl- oder Gefrierschrank.

Waschmaschine und Trockner

Waschen Sie mit niedrigen Temperaturen. Verzichten Sie bei Ihrer Waschmaschine auf die Vorwäsche. Ihre Wäsche wird genauso sauber und Sie sparen dabei bares Geld. Moderne Waschmittel reinigen Ihre Wäsche auch bei einer Temperatur von 30° C. Senken Sie (sofern möglich) die Waschtemperatur von 60° C auf 30° C und sparen Sie hierdurch bis zu einem Drittel Ihres Stromverbrauchs – und damit bares Geld!

Achten Sie außerdem darauf, die gesamte Füllmenge der Trommel auszunutzen. Der Stromverbrauch einer halbvollen Maschine ist nahezu identisch mit dem Stromverbrauch einer komplett gefüllten Maschine. Ist das Waschen mit einer halbvollen Trommel für Sie unvermeidbar, empfiehlt sich eine Waschmaschine mit Mengenautomatik. Zudem sollten Sie auf eine hohe Schleuderzahl achten. Auf diese Weise ist Ihre Wäsche nach dem Schleudervorgang trockener, und der Wäschetrockner benötigt weniger Energie. Benutzen Sie bei schönem Wetter nicht Ihren Trockner sondern die Wäscheleine im Garten.

Herd und Backofen

Wählen Sie beim Kochen stets die Kochplatte entsprechend der Topfgröße. Wollen Sie ein Gericht lediglich aufwärmen, benutzen Sie beispielsweise die Mikrowelle anstelle des Herds. Nebenbei bemerkt: Ist Ihr alter Herd defekt und eine Ersatzanschaffung geplant: Ein Induktionsherd arbeitet gegenüber konventionellen Kochfeldern wesentlich energiesparender.

Für die Erhitzung von Wasser, beispielsweise bei der Zubereitung eines Tees, ist die Verwendung eines Wasserkochers wesentlich effizienter als das Erhitzen im Kochtopf auf dem Herd. Achten Sie allerdings darauf, nur die Menge zu erhitzen, die Sie auch tatsächlich benötigen. Hierdurch ist eine Einsparung von zehn Euro pro Jahr möglich.

Benutzen Sie Ihren Backofen nicht für die Zubereitung von „Kleinigkeiten“ und vermeiden Sie langes Vorheizen.

Austausch von Altgeräten durch energiesparende moderne Geräte

Achten Sie bei der Neuanschaffung von Elektrogeräten auf deren Energieverbrauch. Bei einer Neuanschaffung sind Elektrogeräte der Energieeffizienzklasse A+++ zu empfehlen. Wird beispielsweise ein 15 Jahre alter Kühlschrank der Energieeffizienzklasse D durch einen modernen Kühlschrank der Energieeffizienzklasse A+++ ersetzt, so ist eine Einsparung von bis zu 80 Euro pro Jahr möglich.