Preisinformationen

Informationen zur neuen Staatsquote

Der Strompreis für einen Haushaltskunden in Deutschland setzt sich im Wesentlichen aus drei Preiskomponenten zusammen:

  • Energieerzeugung und Energielieferung, inkl. Vertriebskosten
  • Staatlich regulierte Entgelte für Transport und Verteilung der Energie (Netzentgelte)
  • Staatsquote (Steuern, Abgaben und Umlagen)

Den mit Abstand größten Preisbestandteil bilden mit in der Regel über 50% die gesetzlich vorgeschriebenen Steuern, Abgaben und Umlagen, die sich immer zum 01.01. eines Jahres ändern. Hier möchten wir Ihnen die zum 01.01.2016 wirksam werdenden Änderungen des staatlichen Anteils in Deutschland vorstellen und Sie über die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr informieren. Wir beginnen mit einer zusammenfassenden Übersicht für einen durchschnittlichen Haushaltskunden mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh/Jahr, wohnhaft in Stuttgart:

Jahr20102011201220132014201520162017
PreisbestandteileCent/kWhEUR/JahrCent/kWhEUR/JahrCent/kWhEUR/JahrCent/kWhEUR/JahrCent/kWhEUR/JahrCent/kWhEUR/JahrCent/kWhEUR/JahrCent/kWhEUR/Jahr
EEG-Umlage 2,047 71,65 3,530 123,55 3,592 125,72 5,277 184,70 6,240 218,40 6,170 215,95 6,354 222,39 6,880 240,80
KWK-Umlage 0,130 4,55 0,030 1,05 0,002 0,07 0,005 0,18 0,178 6,23 0,254 8,89 0,445 15,58 0,438 15,33
$ 19 StromNEV-Umlage 0,000 0,00 0,000 0,00 0,151 5,29 0,329 11,52 0,092 3,22 0,237 8,30 0,378 13,23 0,388 13,58
Offshore-Haftungsumlage 0,000 0,00 0,000 0,00 0,000 0,00 0,250 8,75 0,250 8,75 -0,051 -1,79 0,000 1,40 -0,028 -0,98
abLa-Umlage - - - - - - - - 0,009 0,32 0,006 0,21 0,000 0,00 0,006 0,21
Konzessionsabgabe 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65
Stromsteuer 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75
Mehrwertsteuer 1,257 44,00 1,520 53,20 1,555 54,43 1,957 68,50 2,130 74,54 2,101 73,52 2,215 77,52 2,304 80,62
Summe Staatsquote7,874275,609,520333,209,740340,9112,258429,0413,339466,8513,157460,4813,872485,5114,428504,96

(Quelle: Informationsfaltblatt "Ihre Stromversorgung"  ArgEnergie und ArgeDV, Heidenheim)

Entwicklung: Die Staatsquote steigt zum 01.01.2017 gegenüber dem Vorjahr in Summe um brutto 0,556 Cent/kWh (netto 0,467 Cent/kWh). Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei brutto 19,45 EUR/Jahr (netto 16,35 EUR/Jahr).

Nähere Informationen zu den einzelnen Steuern, Abgaben und Umlagen erhalten Sie nachfolgend:

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Entwicklung: Zum 01.01.2017 steigt die EEG-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 6,354 Cent/kWh auf 6,880 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto 18,41 EUR/Jahr, zzgl. 19% MwSt.

Zweck dieses Gesetzes ist es, insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern.

Förderung: Im EEG ist die Vergütung für die Stromeinspeisung aus regenerativen Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Erdwärme, Biomasse oder Photovoltaik geregelt (sogenannte EEG-Vergütung).

Finanzierung: Die Finanzierung der für diese Stromeinspeisungen zu zahlenden Vergütungen erfolgt über ein Umlageverfahren und wird von allen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (sofern sie nicht entlastet sind in vorgenannter Höhe) über die jeweils verbrauchten Kilowattstunden getragen (sogenannte EEG-Umlage).

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G)

Aufgrund der aus dem aktuellen Novellierungsprozess zum KWK-G resultierenden Rechtsunsicherheit ist es erforderlich, für das Jahr 2017 KWK-Aufschläge sowohl auf Basis des derzeit gültigen Gesetzes als auch auf Basis der parlamentarischen Beratungen zu erstellen. Die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland gehen davon aus, dass die Gesetzesnovelle zum KWK-G bis Ende des Jahres 2016 verabschiedet wird und das „neue“ Gesetz ab 01.01.2017 umgesetzt werden kann. Für die KWK-Umlage ist somit der indikative Wert maßgebend und in der vorgenannten Übersicht berücksichtigt.

Entwicklung: Zum 01.01.2017 sinkt die KWK-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,445 Cent/kWh auf 0,438 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto -0,24 EUR/Jahr, zzgl. 19% MwSt.

Der Aufschlag nach dem KWK-G 2016 liegt bei netto 0,463 Cent/kWh und stellt eine „fall-back-Lösung“ dar, falls die KWK-G Novelle wider Erwarten nicht in Kraft tritt.

Zweck des Gesetzes ist es, einen Beitrag zur Erhöhung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung in der Bundesrepublik Deutschland auf 25% durch den befristeten Schutz, die Förderung der Modernisierung und des Neubaus von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen), die Unterstützung der Markteinführung der Brennstoffzelle sowie die Förderung des Neu- und Ausbaus von Wärmenetzen, in die Wärme aus KWK-Anlagen eingespeist wird, im Interesse der Energieeinsparung, des Umweltschutzes und der Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung zu leisten.

Förderung: Im KWK-G ist die Vergütung für die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen geregelt (sogenannte KWK-Vergütung).

Finanzierung: Ähnlich dem EEG wird die Förderung (bzw. Vergütung), die Betreiber von KWK-Anlagen erhalten, auf den gesamten Stromverbrauch, also auf jede in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde und damit auf alle Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (sofern sie keine Vergünstigung erhalten in vorgenannter Höhe) umgelegt (sogenannte KWK-Umlage).

§19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

Entwicklung: Zum 01.01.2017 steigt die § 19 StromNEV-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,378 Cent/kWh auf
0,388 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei
netto 0,35 EUR/Jahr, zzgl. 19% MwSt.

Ziel des Gesetzgebers ist es, stromintensive Industriebetriebe unter bestimmten Bedingungen von den Entgelten für den Energietransport teilweise bis vollständig zu entlasten.

Subvention: Nach § 19 Abs. 2 StromNEV erhalten Industrieunternehmen, unter bestimmten Voraussetzungen, auf Antrag reduzierte Netzentgelte.

Finanzierung: § 19 Abs. 2 StromNEV regelt ferner, dass entgangene Erlöse durch Netzentgeltbefreiungen im Rahmen eines bundesweiten Ausgleichs analog § 9 KWK-G ausgeglichen werden. Die Umlage wird von allen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (sofern sie nicht entlastet sind in vorgenannter Höhe) über die jeweils verbrauchten Kilowattstunden getragen.

Offshore-Haftungsumlage gemäß §17 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Entwicklung: Zum 01.01.2017 sinkt die Offshore-Haftungsumlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,040 Cent/kWh auf
-0,028 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei
netto -2,38 EUR/Jahr, zzgl. 19% MwSt.

Ziel: Mit der Offshore-Haftungsumlage möchte die Bundesregierung die Risiken beim Netzanschluss von Offshore-Windparks begrenzen.

Haftungsregelung: Über die Offshore-Haftungsumlage sollen Entschädigungszahlungen an Windparkbetreiber finanziert werden, wenn deren Anlagen durch Probleme mit dem Netzanschluss keinen Strom einspeisen können. Über die Haftungsregelung erhalten Windparkbetreiber 90% der vom Gesetzgeber versprochenen Einspeisevergütung, wenn ein Netzanschluss nicht rechtzeitig zustande kommt oder aufgrund von Störungen ausfällt.

Finanzierung: Über die Offshore-Haftungsumlage wird die Haftung auf alle Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (in vorgenannter Höhe, sofern kein Entlastungsgrund vorliegt) auf die jeweils verbrauchten Kilowattstunden umgelegt.

Umlage für abschaltbare Lasten (abLa-Umlage) nach § 18 Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbare Lasten (AbLaV)

Entwicklung: Die Umlage für abschaltbare Lasten wurde seit dem 01.01.2014 von Letztverbrauchern erhoben. Da die
entsprechende Verordnung zum Jahresende 2015 ausgelaufen ist, wurde für den Zeitraum ab 01.01.2016 bis 31.12.2016 keine Umlage für abschaltbare Lasten erhoben. Zum 01.01.2017 steigt die abLa-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,000 Cent/kWh auf 0,006 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto 0,21 EUR/Jahr, zzgl. 19% MwSt.

Weitere Steuern und Abgaben sind die Stromsteuer sowie die Konzessionsabgabe. Hier gibt es jedoch zum 01.01.2017 gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen.

Mehrwertsteuer (MwSt.)

Entwicklung: Bei den Steuern-, Abgabe- und Umlagesätzen handelt es sich um Nettobeträge, zu denen noch die jeweils gültige Umsatzsteuer (derzeit 19%) hinzuzurechnen ist. Allein hieraus ändert sich der Mehrwertsteueranteil wie folgt: Zum 01.01.2017 liegt die Veränderung für einen durchschnittlichen Haushaltskunden gegenüber dem Vorjahr bei 3,11 EUR/Jahr.

Die Mehrwertsteuer in Höhe von derzeit 19% wird natürlich auch auf den Energiepreis und den staatlich regulierten Netzentgeltanteil des Strompreises erhoben und liegt deshalb in Summe über dem hier ausgewiesenen Wert. Der Stromlieferant führt die Mehrwertsteuer in Summe an das Finanzamt ab.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Diese Informationen sind Bestandteil der Aufklärungsarbeit „Strompreisbestandteile - mehr Transparenz über Steuern, Abgaben und Umlagen innerhalb der Stromwirtschaft“ und ist ein Service der Verbände ARGEnergie e.V. und ARGE DV e.V.

Informationsfaltblatt zur neuen Staatsquote