Preisinformationen

Informationen zur neuen Staatsquote

Der Strompreis für einen Haushaltskunden in Deutschland setzt sich im Wesentlichen aus drei Preiskomponenten zusammen:

  • Energieerzeugung und Energielieferung, inkl. Vertriebskosten
  • Staatlich regulierte Entgelte für Transport und Verteilung der Energie (Netzentgelte)
  • Staatsquote (Steuern, Abgaben und Umlagen)

Den mit Abstand größten Preisbestandteil bilden mit in der Regel über 50% die gesetzlich vorgeschriebenen Steuern, Abgaben und Umlagen, die sich immer zum 01.01. eines Jahres ändern. Hier möchten wir Ihnen die zum 01.01.2021 wirksam werdenden Änderungen des staatlichen Anteils in Deutschland vorstellen und Sie über die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr informieren. Wir beginnen mit einer zusammenfassenden Übersicht für einen durchschnittlichen Haushaltskunden mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh/Jahr, wohnhaft in Stuttgart:

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Preisbestandteile Cent/kWh EUR/Jahr Cent/kWh EUR/Jahr Cent/kWh EUR/Jahr Cent/kWh EUR/Jahr Cent/kWh EUR/Jahr Cent/kWh EUR/Jahr Cent/kWh EUR/Jahr Cent/kWh EUR/Jahr Cent/kWh EUR/Jahr Cent/kWh EUR/Jahr
EEG-Umlage 3,592 125,72 5,277 184,70 6,240 218,40 6,170 215,95 6,354 222,39 6,880 240,80 6,792 237,72 6,405 224,18 6,756 236,46 6,500 227,50
KWK-G-Umlage 0,002 0,07 0,005 0,18 0,178 6,23 0,254 8,89 0,445 15,58 0,438 15,33 0,345 12,08 0,280 9,80 0,226 7,91 0,254 8,89
§ 19 StromNEV-Umlage 0,151 5,29 0,329 11,52 0,092 3,22 0,237 8,30 0,378 13,23 0,388 13,58 0,370 12,95 0,305 10,68 0,358 12,53 0,432 15,12
Offshore-Netzumlage 0,000 0,00 0,250 8,75 0,250 8,75 -0,051 -1,79 0,040 1,40 -0,028 -0,98 0,037 1,30 0,416 14,56 0,416 14,56 0,395 13,83
abLa-Umlage - - - - 0,009 0,32 0,006 0,21 0,000 0,00 0,006 0,21 0,011 0,39 0,005 0,18 0,007 0,25 0,009 0,32
Konzessionsabgabe 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65 2,390 83,65
Stromsteuer 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75 2,050 71,75
Mehrwertsteuer 1,555 54,43 1,957 68,50 2,130 74,54 2,101 73,52 2,215 77,52 2,304 80,62 2,279 79,77 2,252 78,82 2,319 81,17 2,286 80,00
Summe Staatsquote 9,740 340,91 12,258 429,04 13,339 466,85 13,157 460,48 13,872 485,51 14,428 504,96 14,274 499,61 14,103 493,62 14,522 508,28 14,316 501,06

(Quelle: Informationsfaltblatt "Ihre Stromversorgung"  ARGEnergie und ArgeDV, Heidenheim)

Entwicklung: Die Staatsquote sinkt zum 01.01.2021 gegenüber dem Vorjahr in Summe um brutto -0,206 Cent/kWh (netto -0,173 Cent/kWh). Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei brutto -7,21 EUR/Jahr (netto -6,06 EUR/Jahr).

Nähere Informationen zu den einzelnen Steuern, Abgaben und Umlagen erhalten Sie nachfolgend:

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Entwicklung: Zum 01.01.2021 singt die EEG-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 6,756 Cent/kWh auf 6,500 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto -8,96 EUR/Jahr, zzgl. 19% MwSt.

Zweck dieses Gesetzes ist es, insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern.

Förderung: Im EEG ist die Vergütung für die Stromeinspeisung aus regenerativen Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Erdwärme, Biomasse oder Photovoltaik geregelt (sogenannte EEG-Vergütung).

Finanzierung: Die Finanzierung der für diese Stromeinspeisungen zu zahlenden Vergütungen erfolgt über ein Umlageverfahren und wird von allen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (sofern sie nicht entlastet sind in vorgenannter Höhe) über die jeweils verbrauchten Kilowattstunden getragen (sogenannte EEG-Umlage).

 

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G)

Entwicklung: Zum 01.01.2021 steigt die KWK-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,226 Cent/kWh auf 0,254 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto -0,98 EUR/Jahr, zzgl. 19% MwSt.

Zweck des Gesetzes ist es, die Nettostromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf 110 Terrawattstunden bis zum Jahr 2020 sowie auf 120 Terrawattstunden bis zum Jahr 2025 im Interesse der Energieeinsparung sowie des Umwelt- und Klimaschutzes zu erhöhen.

Förderung: Im KWK-G ist die Vergütung für die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen geregelt (sogenannte KWK-Vergütung).

Finanzierung: Ähnlich dem EEG wird die Förderung (bzw. Vergütung), die Betreiber von KWK-Anlagen erhalten, auf den gesamten Stromverbrauch, also auf jede in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde und damit auf alle Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (sofern sie keine Vergünstigung erhalten in vorgenannter Höhe) umgelegt (sogenannte KWK-Umlage).

§19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

Entwicklung: Zum 01.01.2021 steigt die § 19 StromNEV-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,358 Cent/kWh auf
0,432 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei
netto 2,59 EUR/Jahr, zzgl. 19% MwSt.

Ziel des Gesetzgebers ist es, stromintensive Industriebetriebe unter bestimmten Bedingungen von den Entgelten für den Energietransport teilweise bis vollständig zu entlasten.

Subvention: Nach § 19 Abs. 2 StromNEV erhalten Industrieunternehmen, unter bestimmten Voraussetzungen, auf Antrag reduzierte Netzentgelte.

Finanzierung: § 19 Abs. 2 StromNEV regelt ferner, dass entgangene Erlöse durch Netzentgeltbefreiungen im Rahmen eines bundesweiten Ausgleichs analog § 9 KWK-G ausgeglichen werden. Die Umlage wird von allen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (sofern sie nicht entlastet sind in vorgenannter Höhe) über die jeweils verbrauchten Kilowattstunden getragen.

Offshore-Haftungsumlage gemäß §17 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Entwicklung: Zum 01.01.2021 sinkt die Offshore-Netzumlage (bis einschl. 2018 als Offshore-Haftungsumlage bezeichnet) gegenüber dem Vorjahr unverändert bei netto 0,416 Cent/kWh auf 0,395 Cent/kWh, was für einen Haushaltskunden im Schnitt -0,74 EUR/Jahr bedeutet..

Ziel: Mit der Offshore-Netzumlage möchte die Bundesregierung die Risiken beim Netzanschluss von Offshore-Windparks begrenzen und die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Offshore-Anbindungsleitungen in der Nord- und Ostsee decken.

Haftungs- und Netzanschlussregelung: Über die Offshore-Netzumlage sollen Entschädigungszahlungen an Windparkbetreiber finanziert werden, wenn deren Anlagen durch Probleme mit dem Netzanschluss keinen Strom einspeisen können. Über die Haftungsregelung erhalten Windparkbetreiber 90% der vom Gesetzgeber versprochenen Einspeisevergütung, wenn ein Netzanschluss nicht rechtzeitig zustande kommt oder aufgrund von Störungen ausfällt. Darüber hinaus sollen die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Offshore-Anbindungsleitungen in der Nord- und Ostsee gedeckt werden. Grundlage ist das Netzentgeltmodernisierungsgesetz, das im Juli 2017 in Kraft getreten ist.

Finanzierung: Über die Offshore-Netzumlage werden die Haftung und die Netzanschlusskosten auf alle Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden (in vorgenannter Höhe, sofern kein Entlastungsgrund vorliegt) auf die jeweils verbrauchten Kilowattstunden umgelegt.

Umlage für abschaltbare Lasten (abLa-Umlage) nach § 18 Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbare Lasten (AbLaV)

Entwicklung: Die Umlage für abschaltbare Lasten wird seit dem 01.01.2014 von Letztverbrauchern erhoben. Zum 01.01.2021 steigt die abLa-Umlage gegenüber dem Vorjahr von netto 0,007 Cent/kWh auf 0,009 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden liegt die Anpassung gegenüber dem Vorjahr bei netto 0,07 EUR/Jahr, zzgl. 19% MwSt.

Konzessionsabgabe

Entwicklung: Zum 01.01.2021 gibt es gegenüber dem Vorjahr keine Veränderung.

Bei der KA handelt es sich um Entgelte an die Kommune für die Mitbenutzung von öffentlichen Verkehrswegen durch Versorgungsleitungen. Die Höhe der KA ist abhängig von der Einwohnerzahl des Ortes. Beispielhaft wurde der Abgabenwert für Haushaltskunden in Gemeinden mit mehr als 500.000 Einwohner (gem. § 2 Abs. 2 lit.1b) KAV aufgeführt.

Stromsteuer

Entwicklung: Zum 01.01.2021 gibt es gegenüber dem Vorjahr keine Veränderung.

Die Stromsteuer ist eine gesetzlich geregelte Verbrauchssteuer, die seit 1999 auf Grund des Gesetzes zur ökologischen Steuerreform erhoben wird. Besteuert wird der Verbrauch bzw. die Entnahme aus dem Netz im deutschen Steuergebiet.

Mehrwertsteuer (MwSt.)

Entwicklung: Bei den Steuern-, Abgabe- und Umlagesätzen handelt es sich um Nettobeträge, zu denen noch die jeweils gültige Umsatzsteuer (derzeit 19%) hinzuzurechnen ist. Allein hieraus ändert sich der Mehrwertsteueranteil wie folgt: Zum 01.01.2021 liegt die Veränderung für einen durchschnittlichen Haushaltskunden gegenüber dem Vorjahr bei -1,15 EUR/Jahr.

Die Mehrwertsteuer in Höhe von derzeit 19% wird natürlich auch auf den Energiepreis und den staatlich regulierten Netzentgeltanteil des Strompreises erhoben und liegt deshalb in Summe über dem hier ausgewiesenen Wert. Der Stromlieferant führt die Mehrwertsteuer in Summe an das Finanzamt ab.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Diese Informationen sind Bestandteil der Aufklärungsarbeit „Strompreisbestandteile - mehr Transparenz über Steuern, Abgaben und Umlagen innerhalb der Stromwirtschaft“ und ist ein Service der Verbände ARGEnergie e.V. und ARGE DV e.V.

Informationsfaltblatt zur neuen Staatsquote